Akzeptanz im E-Learning

28. Januar 2020 7 Minuten Lesezeit E-LearningTipps & Tricks

Carsten Albus
Produktmanager E-Learning

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

  • Was es mit dem Akzeptanz-Dreieck auf sich hat
  • Tipps zur Gestaltung Ihres E-Learning Contents
  • Welche Rolle Kommunikation und Organisation zur Akzeptanzschaffung im E-Learning spielen

Das E-Learning Akzeptanz-Dreieck

Der Weg hin zum Lernerfolg fängt bei der Motivation an. Erst wenn aus dem „Lernen müssen“ ein „Lernen wollen“ wird, kann Lernen wirklich erfolgreich sein. Wie Sie Ihren Mitarbeitenden Lust auf Corporate Learning machen und die Akzeptanz für E-Learning in Ihrem Unternehmen steigern? Dafür spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die wir im sogenannten Akzeptanz-Dreieck veranschaulichen. Das Dreieck besteht aus den Ecken Content, Kommunikation und Organisation. Was es damit auf sich hat und was bei jedem dieser Faktoren zu berücksichtigen ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

1. Content

Der Content und dessen Aufbereitung spielen eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz bei den Lernenden. Wir geben Ihnen ein paar Tipps an die Hand, wie Sie mit Ihrem Content den Lernenden Lust auf Corporate Learning machen.

Kennen Sie Ihre Zielgruppe

Bevor Sie mit der Content-Aufbereitung und -Gestaltung beginnen, sollten Sie den Vorwissensstand Ihrer Zielgruppe ermitteln. Häufig sind wir im Fluch des Wissens gefangen. Das heisst, wir kennen uns sehr gut mit unserem Thema aus und gehen davon aus, dass die Zielgruppe über dasselbe Vorwissen verfügt – meistens ist das aber nicht der Fall. Nehmen Sie daher die Perspektive der Zielgruppe ein und entwickeln Sie die Lerninhalte entsprechend ihres Vorwissens. Häufig weiss die Zielgruppe nicht einmal, warum sie sich für die Lerninhalte interessieren sollte – in diesem Fall muss erst einmal das „Warum“ erklärt werden, bevor es zum „Wie“ kommt. Im „Warum-Wie-Diagramm“ veranschaulichen wir diese Thematik.

Grundsätzlich gilt: Je weniger Vorwissen in der Zielgruppe vorhanden ist, desto mehr Zeit sollte dem „Warum?“ gewidmet werden. Erst wenn Sie es mit Experten zu tun haben, lohnt es sich, ausführlich über das „Wie?“ zu sprechen.

Mehr Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel „5 Tipps für einfaches Erklären“.

Der Mix macht’s

Ob Ihr Schulungskonzept mit einem Erklärfilm beginnt, Lerninhalte via Präsenztrainings in Kombination mit Lern Nuggets vermittelt werden oder auch Gamification-Elemente wie eine Quiz App eine Rolle spielen – der richtige Mix ist entscheidend, damit Ihr Lernvorhaben zum Erfolg wird. Die Kombination verschiedener Lernmethoden und -medien sorgen für Abwechslung, ein hohes Involvement und damit für einen nachhaltigen Wissenserwerb.

Abhängig von Ihren Lernzielen, bietet sich eventuell auch der Einsatz von User Generated Content an. Dabei sprechen Kollegen zu Kollegen, was die Motivation der Lernenden fördert. So wirken beispielsweise Videos, die von Kollegen für andere Kollegen erstellt werden, authentisch, schaffen Relevanz und steigern so die Akzeptanz bei den Lernenden.

Doch wie findet man den optimalen Methoden-Mix? In unserem Blogartikel zum Thema „Lernstrecken“ erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl und Kombination der Lernmethoden ankommt.

Weniger ist mehr

Nicht umsonst ist Micro-Learning einer der E-Learning Trends schlechthin. Denn wer hat heutzutage noch Lust, neben dem Arbeitsalltag noch mehrere Stunden am Stück zu lernen? Vermutlich die wenigsten. Deswegen geht der Trend hin zum Lernen in kleinen Einheiten, die sich einfach in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

In folgendem Video erfahren Sie, welche Vorteile Micro-Learning mit sich bringt.

Erzählen Sie Geschichten

Wir erinnern uns an Geschichten deutlich besser als an reine Fakten. Dazu gibt es diverse Studien, die zum immer gleichen Ergebnis kommen: kommuniziert man nackte Fakten, erinnern sich nach 10 Minuten die Menschen im Schnitt nur noch an 5% der konkreten Inhalte. Verpackt man die Fakten in Geschichten, sind es 22 Mal mehr (Jennifer Aaker, Professor of Marketing at the Stanford Graduate School of Business). Das liegt unter anderem daran, dass Geschichten Emotionen wecken.

Storytelling kann so dazu beitragen, die Mitarbeitenden zum Lernen zu motivieren und die E-Learning Akzeptanz zu steigern.

In einem Blogartikel haben wir die wichtigsten Tipps für gutes Storytelling für Sie zusammengefasst. Sie möchten noch mehr darüber lernen und selbst zum Geschichtenerzähler werden? Dann ist unser Storytelling-Workshop vielleicht das Richtige für Sie.

Das Auge lernt mit

Und schliesslich spielt natürlich auch die optische Aufbereitung des Contents eine wichtige Rolle zur Akzeptanzschaffung im E-Learning. Die Lernoberfläche sollte klar sein und zum Unternehmen passen. Auch themenübergreifend sollten Oberflächen und Kurse einheitlich sein und zum Gesamtbild passen. Um das sicherzustellen – auch bei User Generated Content – empfiehlt es sich, einen Styleguide für Online Trainings zu entwickeln und diesen allen Personen zur Verfügung zu stellen, die Lerninhalte erstellen.

Für unseren Kunden ZHAW haben wir so einen Styleguide und ein Web Based Training, das den Zielgruppen diesen Styleguide näherbringt, entwickelt. In diesem Video bekommen Sie einen Einblick in das Projekt.

2. Kommunikation

Vermarktung is key

Wie wir schon zu Beginn des Artikels erwähnt haben: Lernerfolg beginnt mit Motivation. Um die Mitarbeitenden zu motivieren, ist es essenziell, Relevanz für sie zu schaffen. Stellen Sie in der Kommunikation also den Nutzen für den Mitarbeitenden in den Mittelpunkt, um ihm zu vermitteln, warum die Inhalte für ihn relevant sind. Die Kommunikation an sich sollte dabei motivierend und sympathisch sein – gleichzeitig sollte der Umgang mit persönlichen Daten stets transparent und frei von Missverständnissen kommuniziert werden.

Bauen Sie für Ihre digitale Lernwelt eine Marke auf und sorgen Sie dafür, dass das Thema bei Ihren Mitarbeitenden ständig präsent ist. Das gelingt Ihnen zum einen, indem Sie E-Learning Themen nicht nur punktuell, sondern permanent kommunizieren. Dabei können Sie abhängig von aktuellen Kampagnen und Trainings-Roll-Outs verschiedene Themen in den Fokus der Kommunikation rücken. So verankern Sie E-Learning nachhaltig im Unternehmen und in den Köpfen der Mitarbeitenden.

Nutzen Sie ausserdem verschiedene Kommunikationskanäle, um die Lernenden genau dort zu erreichen, wo Sie sich aufhalten und sich informieren. Als Kanäle eignen sich alle Online-Medien wie z.B. ein Intranet, die Website, Chats oder soziale Netzwerke, aber auch Offline-Kanäle wie Meetings, Events oder Streuartikel.

Kommunikation ist keine Einbahnstrasse

Sorgen Sie auch für einen Rücklaufkanal in der Kommunikation, um den Lernenden eine Feedbackmöglichkeit zu geben. Es sollte immer eine Ansprechperson für Themen rund ums E-Learning geben, an die sich Lernende beispielsweise bei technischen Problemen, Fragen zum System oder Feedback zum Content wenden können. Das steigert die Akzeptanz bei den Lernenden und hilft Ihnen gleichzeitig, Bedarfe zu ermitteln und Ihre E-Learning-Inhalte und -lösungen zu optimieren.

Alles Gute kommt von oben

Und last but not least ist ein klares und öffentliches Commitment des Managements essenziell für die Akzeptanz von E-Learning bei den Mitarbeitenden, zum Beispiel mittels eines Video-Statements oder eines Auftaktevents.

3. Organisation

Lernen als Kulturgut

Neben den Lerninhalten und der Kommunikation spielt die Organisation eine zentrale Rolle für die Akzeptanz von E-Learning bei den Mitarbeitenden. Zum einen muss E-Learning in der Unternehmensstrategie verankert sein. Führungskräfte, Betriebsräte, Regional- und Bereichsverantwortliche sollten frühzeitig miteinbezogen werden, um ihr Commitment einzuholen.

Ausserdem muss E-Learning Teil einer Lernkultur sein, in der Vertrauen gelebt wird und in der es Freiräume zur Orientierung und Wissensaneignung gibt. Den Mitarbeitenden sollte ausreichend Lernzeit innerhalb ihrer Arbeitszeit zur Verfügung stehen. Sie sollten aktiv einbezogen werden, zum Beispiel um gemeinsam Bedarfe zu identifizieren und attraktive Lerninhalte zu gestalten. Gerade bei freiwilligen Online Trainings sollte es eine Lernbegleitung geben, die Lernende durch den Content navigiert und ihnen dabei hilft, die für sie relevanten Inhalte zu finden.

Auch im Zielsystem des Unternehmens sollte Weiterbildung verankert sein: Zum Beispiel in Form von Team- und Individualzielen.

Herausforderung Hardware

Und zu guter Letzt muss die Technik funktionieren und sich an den schwächsten Geräten und Verbindungsqualitäten ausrichten. Voraussetzung dafür ist eine Hardware-Strategie, in der unter anderem definiert wird, an welchen Geräten gelernt werden soll bzw. darf. Eine mögliche Strategie ist die „Bring Your Own Device“ Strategie, bei der – wie der Name schon sagt – die Lernenden an ihren eigenen Geräten lernen. Hier muss sichergestellt werden, dass die Technik auf allen von den Lernenden genutzten Geräten einsatzfähig ist und funktioniert. Das sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, da eine funktionierende Technik für die Akzeptanz und damit für den Lernerfolg essenziell ist.

Unsere Tipps zum Download

Wir haben unsere Tipps für E-Learning Akzeptanz in kompakter Form als PDF für Sie aufbereitet. Laden Sie sich das PDF direkt hier runter:

E-Learning Akzeptanz Tipps

Herausforderung Home-Office

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